Bäume - Naturschätze in der Gemeinde
Was hier in beeindruckenden Zahlen ausgedrückt, merken wir jedes Mal, wenn wir im Wald unterwegs sind. Gerade an heißen Sommertagen spüren wir das angenehme Klima unter dem Kronendach, die gute Luft und die herrliche Ruhe in unseren Wäldern.
Eindrucksvolle Zahlen und Fakten:
– Im Durchschnitt produziert ein Baum 250 kg Sauerstoff pro Jahr. Das entspricht dem dem Bedarf von 10 Menschen.
– Pro Tag filtert ein Baum bis zu 35.000 Kubikmeter Luft. Er reduziert damit die Feinstaub-, Pollen- und Bakterienbelastungen.
– Eine Eiche saugt jährlich etwa 40.000 Liter Wasser aus dem Boden und verdampft es über die Blätter. Diese Verdunstungskälte kühlt den Wald und die Luft der Umgebung.
– Eine Buche in Österreich speichert in ihrem Leben 3,5 Tonnen CO₂, eine Fichte 2,6 Tonnen.
Aber auch im Ort suchen wir – wenn es heiß wird – den Schatten der einzelnen Linde vorm Kirchenplatz oder die Pappelreihe zwischen Kindergarten und Fußballplatz. Es ist für die Lebensqualität eines Ortskerns sehr wichtig, genügend Grünraum mit vielen stattlichen Bäumen zu haben. In Zeiten immer längerer Hitzeperioden bieten sie wertvolle, lebenswerte Plätze im öffentlichen Raum. Gut ausgesuchte Standorte, groß genug gewählte Pflanzlöcher und eine gute Pflege in den ersten Lebensjahren sorgen dafür, dass die Jungspunde zu den großen Baumpersönlichkeiten der Zukunft werden.
Wohnraum für tierische Untermieter
Ob stolze Eiche im Wald, alter Birnbaum in der Streuobstwiese oder knorrige Pappel an der Ybbs: Sie alle haben zahlreiche Mitbewohner. Es sind die Astlöcher, die morschen Äste oder die undurchsichtigen Kronen, die Vögel, Fledermäusen und Insekten ein wahres Paradies bieten. Neben den bekannten Spechten sind auch Stare, der Waldkauz oder der seltene Wiedehopf auf Baumhöhlen angewiesen. Aber auch für eine große Zahl an Käfern sind Baumspalten, abgestorbene Äste oder abgelöste Rinden wichtige Lebensräume. Gerade alte Laubbäume, die aufgrund ihres krummen Wuchses nicht für das Sägewerk taugen, sollten – wenn möglich – stehend im Wald belassen werden. Das geht natürlich nur, wenn dadurch keine Spaziergänger oder Straßenräume gefährdet sind.
Baumarten in Österreich und in unserer Gemeinde
Österreich ist ein sehr waldreiches Land. Beinahe 50 % der Landesfläche ist von Wald bedeckt – Tendenz steigend. Täglich kommen rund 6 Hektar Wald hinzu. Aufgrund des großen Alpenanteils dominiert in ganz Österreich die Fichte als Baumart. Gefolgt von der Buche als zweithäufigste Art. In unseren Breiten ist die Buche – auch als Mutter des Waldes bezeichnet – die dominierende Baumart. St. Georgen am Ybbsfelde liegt zwischen 428 und 250 m Seehöhe. Hier kommen neben den Auwäldern an der Ybbs und an den Bächen natürlicherweise hauptsächlich Buchenwälder vor. Im Vergleich zu ganz Niederösterreich – hier ist rund 40 % der Fläche bewaldet – kommt St. Georgen lediglich auf rund 14 % Waldfläche.
Beeindruckende Wälder in der Gemeinde
Schöne Buchenwälder sind an den Abhängen des Steinberges zum Blindbach zu finden. Hier ist abschnittsweise ein sogenannter Hallenwald vorhanden. Hochstämmige Buchen bilden mit ihren ausladenden Kronen ein dichtes Blätterdach unter dem der Waldboden, der dick mit altem Buchenlaub bedeckt ist. Dieses Laub sowie eine tiefe Verwurzelung bereichern und „pflegen“ den Waldboden. Dies und die Tatsache, dass sich an und um Buchen unzählige Flechten, Moose und Pilze sowie Insekten tummeln, gab ihr den Namen „Mutter des Waldes“. Nahezu 30 Käfer- und über 70 Schmetterlingsarten bevorzugen die Buche als ihren Lebensraum.
Beeindruckende Auwälder kann man vor allem entlang der Ybbs finden. Mächtige Exemplare von Weiden und Pappeln wachsen auf den feuchten und häufig überschwemmten Auböden. Diese Baumarten sind von regelmäßigen Überschwemmungen und hohen Grundwasserständen abhängig. Die gute Versorgung mit Wasser und Nährstoffen führt zu sehr gut wachsenden Beständen – riesige Weiden und Pappeln sind oft jünger als man erwarten würde.
Darüber hinaus sind in der Gemeinde Sankt Georgen viele markante einzelne Bäume und Baumreihen zu finden. Entlang des Seisenegger Baches kann man alte Eschen und Eichen bewundern. Und auch die alten Birnbäume sind noch zu finden. Gerade diese einzelnen Bäume prägen unser vielfältiges Landschaftsbild.
Machen Sie sich auf den Weg zu unseren Baumpersönlichkeiten und verbringen Sie eine entspannte Sommerzeit in deren Schatten.
(Originaltext: Stefan Guttmann)