Frühlingserwachen im Ybbsfeld
Ob im eigenen Garten, in den Ybbs-Auen oder im St. Georgener „backcountry“, entlang der kleinen Bäche in Krahof – überall sprießen die Frühjahrsblüher. Ob Schneeglöckchen, Märzenbecher, Leberblümchen oder der gelbe Winterling – alle nutzen ihren Startvorteil in Form einer Zwiebel, die die wichtigsten Energiereserven für das frühe Austreiben gespeichert hat. Während wir uns an den zahlreichen Farbtupfern erfreuen, genießen die Pflanzen die ungeteilte Aufmerksamkeit von Sonne und Insekten.
Nutzen Sie die Zeit und besuchen Sie die verzauberten Orte unserer Gemeinde, wo die weißen, gelben und blauen Blüten am feuchten Waldboden zu bestaunen sind: In der Ybbs-Au bei Hermannsdorf, am Blindbach zur Ölsitzmühle oder entlang des Seisenegger Baches. Jetzt sind gerade die Ybbs-Auen noch gut zu durchstreifen. Im Sommer macht sie ein Dschungel aus Brennnesseln, Springkraut und Brombeeren zum undurchdringlichen Dickicht.
Ein Tipp dazu: Lassen Sie die Blumen stehen! Auch wenn man nur wenige Exemplare pflücken möchte, ist es doch unsere Zurückhaltung die diese üppige Pracht für alle Leute erhält.
Frühlingsgefühle
Durch die steigenden Temperaturen kommen auch die Amphibien in Fahrt. Erdkröten, Spring- und Grasfrösche – die häufigsten Vertreter – machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Für diese Wanderungen haben sie es gerne warm, feucht und dunkel. Die ersten warmen Märznächte sind also der Startschuss. Zum Teil noch alleine, zum Teil schon huckepack werden die Lurche wie von magischer Hand zum Ort ihrer Geburt gezogen. Leider liegen zwischen ihrem Landquartier (zumeist sind das Laubwälder) und dem gesuchten Nass allzu oft Straßen. Zum Glück gibt es umsichtige Schotterteichbesitzer, kooperative Straßenmeistereien und motivierte Freiwillige. Das sind jene „Gestalten“, die in der Finsternis entlang der kleine Zäune die Kübel absuchen, in denen die Amphibien auf ihren Weitertransport warten. Der Schotterteich in der Haslau wird so auch von St. Georgner Gemeindebürgerinnen und -bürger mitbetreut.
Bitte beachten Sie: Die Kröten und Frösche kommen auch zu unseren Gartenteichen. Wenn diese naturnah ausgestaltet sind, betrachten Sie das Kommen der Frösche als Auszeichnung. Wenn Sie Teiche oder Pools mit steilen Ufern oder Pumpen haben, sorgen Sie für kleine Ausstiegsmöglichkeiten und verhindern Sie, dass unsere heimischen Amphibien eingesaugt werden.
Weg mit dem Müll!
Bei so manchem Spaziergang entlang von Bächen fällt er negativ auf. Das fehlende Laub und der noch nicht vorhandene dichte Unterwuchs geben den Blick frei auf weggeworfenen Müll, vom letzten Sturm in den Sträuchern hängende Folien und andere Gegenstände, die in unserer Natur nichts zu suchen haben.
So kann es besser werden: Kleinigkeiten können wir selbst mitnehmen und zu Hause entsorgen. Sehen Sie einen größeren Lagerplatz von Müll sprechen Sie den möglichen Verursacher einfach mal an. Allzu oft kommt das Material ja vom nächst gelegenen Haus. Sollte sich kein Verursacher finden lassen und es handelt sich um eine größere Müllmenge, wenden Sie sich bitte an Ihre Gemeinde.
Wichtige Gartenarbeit im Frühling
Jetzt lässt sich ganz viel Gutes im eigenen Garten für unsere Tier- und Pflanzenwelt tun. Hier ein paar Tipps:
- Reinigen Sie die Nistkästen. Altes Material sollte entfernt werden. Der durchgeführte Frühjahrsputz führt zu einer deutlichen Wertsteigerung Ihrer Vogelimmobilie!
- Belassen Sie ein wildes Eck in Ihrem Garten. Ein bisschen Astschnitt, ein kleiner Wurzelstock und zusammengetragene, gestapelte größere Steine bilden ideale Verstecke für den Igel – unseren heimischen Schneckenvertilger Nr. 1 – ebenso wie für die harmlose Blindschleiche. Frösche nutzen sie gerne als Winterquartier.
- Lassen Sie, wo immer es geht, Totholz im Garten. Es gibt über 7.000 verschiedene Käferarten in Österreich. Viele davon brauchen morsches, altes Holz zum Überleben. Deshalb ein paar Holzscheiter in sonnenbeschienener Lage platzieren oder einen Haufen mit Strauchschnitt – ein Paradies für Kleinstlebewesen.
Zum Abschluss wünschen wir Ihnen einen schönen Frühling mit vielen Stunden in unserer herrlichen Natur!
(Originaltext: Stefan Guttmann)